Kapitallebensversicherung als Anlageobjekt
Im Finanzbereich gibt es eine Vielzahl von Geldanlagen, die man als Kunde zu den verschiedensten Zwecken nutzen kann. Die meisten befinden sich im Bereich der Wertpapiere, Spareinlagen, festverzinslichen Geldanlagen oder Investmentfonds. Aber auch im Versicherungsbereich hat man nicht nur die Möglichkeit, sich gegen verschiedene Risiken abzusichern, sondern es stehen auch Produkte zur Kapitalanlage zur Verfügung. Eines dieser Produkte ist die Kapitallebensversicherung. Ob man die Kapitallebensversicherung persönlich als Geldanlage nutzen kann, hängt natürlich von einigen Faktoren ab, die grundsätzlich eine Rolle spielen wenn es darum geht, die passende Geldanlage zu finden. Zu diesen Entscheidungskriterien gehören beispielsweise die Sicherheit, die Rendite, Flexibilität, der Verwendungszweck und die Verfügbarkeit der Anlage. Auch steuerliche Aspekte spielen oftmals eine große Rolle bei der Anlageentscheidung. Um also eine Entscheidung treffen zu können, ob die Kapitallebensversicherung als Anlageobjekt in Frage kommt, sollte man sich die verschiedenen Merkmale einmal genauer betrachten.
Die Kapitallebensversicherung als eine sehr sichere Anlageform
Ein wichtiger Punkt ist für viele Kunden die Sicherheit einer Kapitalanlage, vor allem dann, wenn man diese als private Altersvorsorge nutzen möchte. Die Kapitallebensversicherung ist als sehr sichere Anlageform zu bezeichnen. Das liegt vor allem an der Tatsache, dass die Versicherungsgesellschaften relativ strenge Vorschriften und Auflagen haben, in welche Produkte sie das Kapital der Kunden investieren dürfen. Hier werden zumeist nur Finanzprodukte zugelassen, die große Sicherheit bieten. Dazu gehören beispielsweise Rentenpapiere des Bundes oder Festgelder. Ferner sind die Versicherungen an einen Sicherungsfonds angeschlossen, der die Kundeneinlagen im Falle von Liquiditätsproblemen der Versicherungsgesellschaft absichert. Somit kann der Kunde also davon ausgehen, dass er sein eingezahltes Kapital und eine Mindestverzinsung auf jeden Fall bei Fälligkeit der Kapitallebensversicherung zurück erhält. Auch hinsichtlich der Rendite steht die Kapitallebensversicherung im Vergleich zu anderen Finanzprodukten sicherlich nicht schlecht dar. Die Rendite hängt natürlich stark von der Höhe der Überschussbeteiligung ab, die der Versicherte am Ende der Laufzeit erhält. Die Garantieverzinsung, auf welche der Kunde einen Anspruch hat, liegt zumeist zwischen 2-3 Prozent, sodass die Überschussbeteiligung den größten Teil der Gesamtrendite ausmacht. Die Höhe ist davon abhängig, welchen Gewinn die Versicherungsgesellschaft erzielt hat. Üblicherweise beträgt die durchschnittliche Gesamtrendite einer Kapitallebensversicherung inklusive der garantierten Verzinsung und Überschussbeteiligung ca. 7-8 Prozent im Jahr.
Nachteile der Kapitallebensversicherung
Sprechen die beiden Entscheidungskriterien Sicherheit und Rendite eher für die Kapitallebensversicherung, so gibt es auf der anderen Seite auch zwei Aspekte, die nicht so positiv sind. Und zwar handelt es sich bei diesen beiden Aspekten um die Verfügbarkeit und die Flexibilität der Anlage. Beides ist im Grunde nicht vorhanden. Die vorzeitige Verfügbarkeit über die Kapitallebensversicherung ist zwar im Notfall möglich, allerdings muss man je nach Zeitpunkt der Verfügung mitunter sogar Verluste hinnehmen, bekommt also weniger Kapital ausgezahlt, als man selber bereits eingezahlt hat. Das man also nur den so genannten Rückkaufwert erhält und dieser mitunter geringer als der Wert der Einzahlungen ist liegt daran, dass die Beiträge des Versicherten zunächst für die Risikoabsicherung seitens der Versicherungsgesellschaft verwendet werden. Im Normalfall erhält man erst nach ca. 4-5 Jahren seine eingezahlten Beiträge zurück, ohne jedoch für die abgelaufenen Zeit eine Rendite zu erhalten. Auch die Flexibilität der Kapitallebensversicherung ist sehr gering, da im Normalfall weder Laufzeit noch Höhe der Beitragsrate angepasst und verändert werden können.
Ein weiterer Vorteil der Kapitallebensversicherung
Neben den beiden genannten Negativmerkmalen hat die Kapitallebensversicherung allerdings noch einen weiteren Vorteil, nämlich den steuerlichen Aspekt. Falls der Versicherte die Kapitallebensversicherung mindestens über eine Dauer von 12 Jahren nutzt und die Auszahlung der Versicherung nicht vor der Vollendung des 60. Lebensjahres stattfindet, werden die Erträge aus der Versicherung lediglich zur Hälfte besteuert. Treffen die genannten Voraussetzungen jedoch nicht zu, müssen die Erträge aus der Kapitallebensversicherung voll versteuert werden. Wurde der Vertrag über die Kapitallebensversicherungen vor dem 01. Januar 2005 abgeschlossen, sind die Beiträge zudem in der Einkommenssteuererklärung als Sonderausgaben anzugeben und daher von der Steuer absetzbar. Insgesamt spielt die Kapitallebensversicherung also immer noch eine gute Rolle im Vergleich mit anderen Produkten aus dem Anlagebereich.